Medieninformation 16/2017

Kunstsammlungen Sachsen Anhalt
Begegnungen. Von Cranach bis Holbein | 12. November 2017 – 28. Januar 2018


Mit der Ausstellung Begegnungen. Von Cranach bis Holbein erfährt die Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts ab kommenden Sonntag, 12. November 2018, etwas Neues: Erstmals treten die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau-Roßlau mit einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt ihrer Kunstmuseen ­ dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau ­ als Kunstsammlungen Sachsen-Anhalt an die Öffentlichkeit. Das Besondere ist die Verbindung von Museen in unterschiedlicher Trägerschaft. So begegnen sich in den Kunstsammlungen Sachsen-Anhalt profilstärkend die jeweiligen Sammlungsbestände, ohne die Eigentumsverhältnisse zu verändern. Ziel ist, die reichhaltigen und sich gegenseitig bestens ergänzenden Sammlungen beider Museen einem breiteren Publikum nahezubringen, als dies bislang für jeden einzeln möglich war. Der neue kooperative Zusammenschluss wird künftig noch besser das reichhaltige kulturelle Erbe Sachsen-Anhalts überregional, national und international vermitteln und präsentieren.

Unter dem Titel Begegnungen. Von Cranach bis Holbein präsentiert die Ausstellung selten zu sehende Kunstwerke des 15. und 16. Jahrhunderts: 75 Meisterzeichnungen aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau sowie 6 Tafelgemälde, 23 Flugblätter, 3 kunsthandwerkliche Objekte und 25 Medaillen aus dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), darunter ein Abschlag des jüngst erworbenen Thronsiegels von Kardinal Albrecht von Brandenburg aus dem Jahr 1532.

Ministerpräsident Haseloff würdigte schon im Vorfeld die Ausstellung als „eindrucksvollen Nachklang zum Reformationsjubiläum“. Haseloff hob insbesondere die Zusammenarbeit zwischen der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und der Anhaltischen Gemäldegalerie hervor. „Alte Meister werden an einem Ort der Klassischen Moderne gezeigt. Das schafft Synergien. Es ist das erste gemeinsame Projekt des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) und der Anhaltischen Gemäldegalerie, aber gewiss nicht das letzte. Denn Kooperation und Vernetzung gewinnen gerade im Kulturbereich zunehmend an Gewicht.“

Die Ausstellung:

Im ersten Obergeschoss des Nordflügels der Moritzburg entfaltet sich die Pracht der herausragenden Handzeichnungen aus der Graphischen Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau. In drei Themenbereichen – Porträt, Mythologie / Allegorie und Religion – sind einzigartige Feder- und Pinselzeichnungen u. a. von Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer, Urs Graf, Ambrosius Holbein und Tobias Stimmer zu erleben. Die Werke stammen aus zwei Klebebänden, die 1748 durch Erbfolge zunächst an das anhaltisch-bernburgische Fürstenhaus und 1877 an den Herzog von Anhalt-Dessau gingen. 1914 erstmals von Max Jakob Friedländer publiziert, konnten sie 2011 nach neuesten wissenschaftlichen Methoden analysiert und in einem opulenten Bestandsverzeichnis neuerlich publiziert werden.

Im Zentrum des Ausstellungsraumes werden unter dem Titel Vom Himmel in die Hölle. Reformation im Bild der Öffentlichkeit bislang unbekannte Tafelgemälde aus der Gemäldesammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) gezeigt, die dank der Unterstützung der Freunde und Förderer des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) e. V. und der Hochschule für Bildende Künste, Dresden, in den vergangenen Jahren kunsttechnologisch untersucht und aufwändig restauriert werden konnten. Erstmals können nun die Epitaphien der Familie von Schönfeldt sowie das Fragment einer Kreuzigungsszene aus Löbnitz bei Delitzsch präsentiert werden. Sie sind unmittelbare Zeugnisse der sich im Zuge der Reformation wandelnden Bildsprache und stammen aus der Wittenberger Werkstatt Lucas Cranachs d. J. bzw. aus deren Umkreis. Ergänzt wird die Präsentation durch drei Holztafeln aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert und der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von niederländischen Meistern.

Im Kontext der konfessionellen Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken kommt dem Flugblatt eine herausragende kommunikative Funktion bei. Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) verfügt mit mehr als 1 000 teilweise sehr seltenen Blättern des 15. bis 19. Jahrhunderts über die wertvollste Flugblattsammlung in Sachsen-Anhalt. Bedeutende Einzelblätter dieses Konvoluts runden die Ausstellung am Ausgang des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 ab während eine Präsentation von kunsthandwerklichen Objekten und Medaillen, herausragende Preziosen der Renaissance-Zeit, den Besucher im Foyer in die Ausstellung einführen.

Die Häuser:

Der Aufbau der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau erfolgte ab 1927 im damaligen Freistaat Anhalt parallel zur nationalen Etablierung des bereits 1885 gegründeten Städtischen Museums für Kunst und Kunstgewerbe im nahe gelegenen Halle (Saale) in der Preußischen Provinz Sachsen, des heutigen Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale). In der Weimarer Republik gehörten beide Museen mit ihren unterschiedlichen Sammlungen zu den bedeutenden Ausstellungshäusern Deutschlands. Während der Schwerpunkt der halleschen Bestände in der Moderne des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts liegt, verfügt die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau über eine hochkarätige Sammlung Alter Meister vom 15. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Beide Sammlungen sind in ihrer Zusammensetzung und Qualität jeweils einzigartig in Sachsen-Anhalt und vermögen, sich nach dem Vorbild Galerie Alter Meister und Galerie Neuer Meister gegenseitig zu ergänzen und zu bereichern.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Vorträgen und Workshops. Es erscheint zudem ein reich bebilderter Katalog zum Preis von 19,90 Euro – erhältlich an der Museumskasse, ebenso wie das umfangreiche Bestandsverzeichnis der Handzeichnungen der Spätgotik und der Renaissance aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau (49,95 Euro).

Weiteres Material und Bilder unter: http://bit.ly/2zEPJng

Trailer unter: https://www.youtube.com/watch?v=EY8Wkg1YAXQ&feature=youtu.be