moderne eins
Die Abteilung "Moderne Eins" erfasst den Zeitraum von der Jahrhundertwende bis 1937. Der Rundgang setzt ein mit je einem Hauptwerk von Gustav Klimt, Edvard Munch und George Minne, so dass zwischen Expressivität, Stilkunst und Abstraktion die jeweils verschiedenen Tendenzen der Klassischen Moderne in ihren Anfängen aufscheinen. Dieses Entrée stimmt den Betrachter in das komplexe Verhältnis von Aufbruch und Übergang im 20. Jahrhundert ein.
Eingebettet in die "Moderne eins" ist die ausschließlich den "Brücke"-Künstlern gewidmete Sammlung Hermann Gerlinger. Die vier Räume des Ausstellungsbereiches der Sammlung Gerlinger bilden ein geschlossenes Ensemble, in dem immer wieder andere Teile der Sammlung vorgestellt werden. Daraus begründet sich auch die mit farbigen Stellwänden fest verriegelte Struktur des Ablaufs.
Das schräg gesetzte Wandsystem der Abteilung "Moderne Eins" bricht die in sich geschlossene Ordnung der Sammlung Gerlinger auf und beschreibt gegenüber der Raumgestalt des Westflügels eine Achsenverschiebung. Sie öffnet den Bestand perspektivisch und weist über den Museumsbau hinaus, wie auch die Moderne über die Zeit ihrer Entstehung hinaus bis in die Gegenwart weiterwirkt. Es entsteht ein Parallelsystem von Wandverläufen mit Passagen, das Zusammenhänge ebenso wie Zäsuren, die sich aus der Sammlungsgeschichte ergeben, sich aber auch in der Kunstgeschichte selbst abzeichnen, darstellbar macht. Hier sind Hauptwerke der "Brücke"-Maler zu sehen neben denjenigen Strömungen, die sich parallel und nach dem Expressionismus durchsetzten: Der "Blaue Reiter", der in der Ausstellung wesentlich bereichert wird durch die feinen Werke der Sammlung Kracht, außerdem der Konstruktivismus, der Verismus, die Neue Sachlichkeit und der Magische Realismus. Auf freigestellten Stelen werden erstrangige Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Emil Nolde, Paul Klee, Marsden Hartley und Christian Schad besonders herausgehoben. Für die Skulptur beanspruchen Wilhelm Lehmbruck, Moissey Kogan, Gerhard Marcks, Gustav Weidanz und Hermann Blumenthal eigene Ausdruckssphären. Aus der Stellwandstruktur ergibt sich ein System von Bezügen und Kontrasten, das auf die Wahrnehmung des Einzelwerkes setzt.
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