18.03.2018 bis 10.06.2018

Neue Sonderausstellung
Ideale. Moderne Kunst seit Winckelmanns Antike

Hans-Peter Feldmann: Figur David, o. J., Gips, 110 x 50 x 60 cm. Leihgabe des Künstlers, Foto: Hans Peter Feldmann, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Georg Schrimpf: Drei Mädchen, 1932, Öl auf Leinwand, 60 x 90 cm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt - Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Klaus E. Göltz

Georg Scholz: Weiblicher Akt mit Gipskopf, 1927, Ölfarbe auf Leinwand, 65,5 x 55 cm, Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Foto: bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe / Annette Fischer / Heike Kohler

Hans von Marées: Männer am Meer, um 1874, Öl auf Leinwand, 77 x 101 cm, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal


#moderndenken

Eine Kooperation zwischen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas und Archäologisches Museum, und dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Ab Sonntag, dem 18. März, lädt die neue Sonderausstellung "Ideale. Moderne Kunst seit Winckelmanns Antike" in das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale).

Die Ausstellung ist eine der zentralen Veranstaltungen des Landes Sachsen-Anhalt zu den Winckelmann-Jubiläen 2017/18 und verfolgt, ausgehend von Johann Joachim Winckelmanns (1717-1768) historischen Verdiensten, die künstlerische Auseinandersetzung mit der Antike vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Zunächst wird auf Winckelmann selbst rekurriert, auf seine epochalen Beschreibungen antiker Skulpturen und auf das Bildungserlebnis von Künstlern, die nach Italien fuhren. Zentrales Moment ist die Wiedergewinnung der Antike, die sich in der Weimarer Klassik kunsttheoretisch und literarisch ausdrückte. Im 19. Jahrhundert wurde die Klassik zunehmend historiografisch und kritisch reflektiert. Der Blick auf die Antike blieb jedoch nicht nur einseitig retrospektiv, sondern besaß und entwickelte ein hohes innovatives Potenzial.

Schließlich rückt auch die Entwicklung im 20. Jahrhundert bis zur Jahrtausendwende in den Fokus. Um 1914 setzte innerhalb der Kunst der Moderne erneut eine Diskussion der Klassik ein, die in der Krise der klassischen Moderne kulminierte. Die Antike wurde beschworen und zugleich entfremdet und für den Betrachter verrätselt. In der modernen Kunst seit Winckelmanns Antike liegt der inhaltliche Schwerpunkt der Exposition. Damit deckt sie mehr als 200 Jahre Antikenrezeption ab.

Insgesamt werden 67 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken am neuen Standort für Sonderausstellungen im 2. Obergeschoss des Westflügels gezeigt. Ausgehend vom reichen Bestand des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) bilden zentrale Werke der Sammlung Eckpunkte der Inszenierung, ergänzt um zum Teil selten verliehene Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen. In einem eigenen Kabinett wird die Rezeption des antiken Körperideals im Rahmen des modernen Sports thematisiert. Fotografien von Edward Steichen, Reliefs von Hermann Blumenthal und Plastiken von Eugen Hoffmann, Arno Breker und Waldemar Grzimek treffen hier auf einen Ausschnitt aus Leni Riefenstahls Film Olympia. Fest der Völker von 1938.

Flankiert wird die Ausstellung von einem umfangreichen Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, einem Konzert der Staatskapelle Halle sowie Workshops.

Vertretene Künstler u. a.
Max Beckmann, Hermann Blumenthal, Arno Breker, Friedrich Wilhelm Eugen Döll, Hans-Peter Feldmann, Anselm Feuerbach, Francisco de Goya, Waldemar Grzimek, Erwin Hahs, Hermann Haller, Eugen Hoffmann, Max Klinger, Georg Kolbe, Hans von Marées, Adolph Menzel, Otto Meyer-Amden, Georg Minne, Philipp Otto Runge, Karl Friedrich Schinkel, Oskar Schlemmer, Rudolf Schlichter, Georg Scholz, Georg Schrimpf, Moritz von Schwind, Carl Adolf Senff, Horst Strempel etc.

Kuratoren
Prof. Dr. Stephan Lehmann, Prof. Dr. Olaf Peters, Dr. Elisa Tamaschke

Leihgeber
Georg Kolbe Museum, Berlin | Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie und Kupferstichkabinett | Bezirksamt Spandau von Berlin | Herzog-Anton-Ulrich-Museum, Braunschweig | Kunstsammlungen Chemnitz | Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister | Lehmbruck–Museum Duisburg | Stiftung Schloss Friedenstein Gotha | Osthaus Museum Hagen |  Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Archäologisches Museum | Hamburger Kunsthalle | Baden-Württembergisches Generallandesarchiv, Karlsruhe | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe | Museum Ludwig, Köln | Museum der bildenden Künste, Leipzig | Staatsgalerie Stuttgart | Von der Heydt-Museum Wuppertal | Sammlung Siegfried Unterberger | Privatleihgeber

Die Ausstellung steht im Kontext der Winckelmann-Jubiläen 2017/18, des 300. Geburtstages des Gelehrten am 9. Dezember 2017 (1717) sowie des 250. Todestages am 8. Juni 2018 (1768), und ist eine der zentralen Veranstaltungen im Land Sachsen-Anhalt. Nähere Informationen finden Sie auf der Website der Winckelmann-Gesellschaft.

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