12.11.2017 | 28.01.2018 | Nordflügel - Ebene 1

Kunstsammlungen Sachsen-Anhalt
Begegnungen. Von Cranach bis Holbein

Urs Graf: Bildnis einer lächelnden Frau, 1525, Feder in Schwarz über Vorzeichnung, 27,7 x 20,2 cm, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Foto: Anhaltische Gemäldegalerie Dessau


Der Aufbau der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau im Freistaat Anhalt erfolgte ab 1927 parallel zur nationalen Etablierung des Städtischen Museums für Kunst und Kunstgewerbe im nahe gelegenen Halle (Saale) in der Preußischen Provinz Sachsen. In der Weimarer Republik gehörten beide Museen mit ihren unterschiedlichen Sammlungen zu den bedeutenden Ausstellungshäusern in Deutschland. Während der Schwerpunkt der halleschen Sammlung in der Moderne des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts liegt, verfügt die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau über eine hochkarätige Sammlung Alter Meister vom 15. bis ins 18. Jahrhundert, sodass sich beide Sammlungen gegenseitig ergänzen und bereichern.

Inhaltlich widmet sich die gemeinsam von beiden Museen kuratierte Ausstellung der Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts. Im ersten Obergeschoss des Nordflügels der Moritzburg werden selten zu sehende Meisterwerke aus der Grafischen Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau zu den Themen Religion, Mythologie, Allegorie, Porträt, Landschaft, Genre und Historie gezeigt. In einem eigens hierfür geschaffenen separaten Raum werden ergänzend aus der Sammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) jüngst mit Mitteln der Freunde und Förderer des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) e. V. aufwändig restaurierte Epitaphien der Familie von Schönfeldt sowie das Fragment einer Kreuzigungsszene aus Löbnitz bei Delitzsch erstmals präsentiert. Sie gelten als unmittelbare Zeugnisse der sich wandelnden protestantische Emblematik und stammen aus der Cranach-Werkstatt in Wittenberg.

Die im Kontext des diesjährigen Reformationsjubiläums stattfindende Ausstellung vermittelt anhand herausragender und selten zu sehender Einzelobjekte aus beiden sachsen-anhaltischen Sammlungen u. a. den künstlerischen wie geistiggeschichtlichen Wandel im Zuge der konfessionellen Veränderungen im 15./16. Jahrhundert. Im Kontext der konfessionellen Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken kommt dem Flugblatt eine herausragende kommunikative Funktion bei. Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) verfügt mit mehr als 1.000 teilweise sehr seltenen Blättern des 15. bis 19. Jahrhunderts über die wertvollste Flugblattsammlung in Sachsen-Anhalt. Bedeutende Einzelblätter dieses Konvoluts sowie selten ausgestellte Werke Alter Meister aus den halleschen und Dessauer Beständen machen das Ausstellungsprojekt zu etwas Besonderem.


Eintritt:
6 Euro | ermäßigt 4 Euro


Mit freundlicher Unterstützung